Weiter gehts nach dem Abkühlen der Würze mit dem Anstellen, sprich mit dem hinzufügen der Hefe. Zuvor verdünne ich noch die Würze auf meine geplante Stammwürze von 12,6° einzustellen. Diesmal kommt auch mein neues Refraktometer zum Einsatz. Die Würze teile ich ungefähr in zwei Hälften auf um mit den zwei verschiedenen Hefen zu vergären. Der eine Sud wird vergoren mit der Danstar Munich der andere mit der Fermentis Safbrew WB-06. Ich bin mal gespannt welchen Charakter die jeweiligen Biere haben.
Diesmal gibts Weizen im Doppelpack. Da ich mal zwei Weizenbier Trockenhefen ausprobieren wollte, habe ich mich entschlossen einen großen Sud zu brauen und in zwei Chargen zu vergären.
Ich habe mich für die Trockenhefen Danstar Munich und Fermentis Safbrew WB-06. Dazu musste ich natürlich meine Sudgröße auch etwas erhöhen und so entschloß ich mich meinen alten Läuterbottich mit Kupferrohrboden zu verwenden.
Bei diesem Sud hatte ich dann auch eine Gesamtschüttung von 6,25 kg Malz. Die Schüttung setzt sich zusammen aus: 2,5 kg Pilsener Malz, 1,75 dunkles Weizenmalz und 2 kg helles Weizenmalz.
Um 16 Uhr habe ich eingemaischt. Um den Weizenbiercharacter zu verstärken habe ich die erste Rast bei 42°C besonders betont.
Um 19 Uhr konnte ich dann abläutern. Wie immer war ich wieder begeistert wie klar die Würze, im Gegensatz zur Windelmethode, abläuft. Faszinierend, wenn man bedenkt, das als Filter nur das Malzschrot selber dient. Um 23:30 Uhr began das Würzekochen. Zum Kochbeginn gab ich 20g Tettnanger Hopfen hinzu. Am Ende des 90 minütigen Kochens kam dann nochmal 18g Tettnanger Hopfen hinzu.
10.5.09 Nun ist die Würze abgekühlt und ich kann die Stammwürze einstellen. Wie üblich verdünne ich mit etwas Wasser um den gewünschten Wert zu erreichen. Dann kommt die Trockenhefe Fermentis T-58 hinzu. Nun kann ich mich zurücklehnen und die Hefe kann kräftig ackern (vergären).
Heute ist wieder Brautag. Diesmal soll es ein dunkles, sehr kräftiges Bier werden. Von den Zutaten her auch ein wenig belgisch. Ausser den üblichen Zutaten kommt auch noch Demerara (Rohrohrzucker) zum Einsatz und ein wenig ungemahlener Koriander. Der Name mit der Endung -ator soll ein bisschen an die typischen deutschen Bockbiere erinnern. Die Schüttung besteht aus 2,5 kg Weyermann Pilsener Malz, 300g dunklem Weizenmalz, Weyermann Caramünch und Weyermann Carafa Spezial (ein Röstmalz). Beim Kochen kommt dann der Roh Rohrzucker hinzu. 4 Gaben Hallertauer Magnum (11,5%) und 10 Minuten vor dem Kochende gibts dann noch die Koriander Samen. Eingemaischt wird bei 54°. Dann gibt es eine lange Rast bei 65° und bei 76°. Um 19:40 beginne ich mit dem Abläutern. Das Würzekochen beginnt um 23:35. Hier gebe ich dann gleich die erste Gabe Hallertauer Magnum Pellets hinzu. Als Neuerung in meinem Brauablauf arbeite ich diesmal nicht mit der Excel Tabelle von Hubert Hanghofer, sondern verwende die kommerzielle Software Beertools 1.5. Mal schauen ob die Software, die mir in vielen Punkten sehr gut gefällt, auch beim Brauen überzeugen kann.
24.4. Nun kommt das Rauchbier in die Flaschen. Das Bier ist bis auf 3,8% vergoren. Das entspricht etwa einem Vergärungsgrad von 74%. Die Danstar Nottingham Trockenhefe hat ganze Arbeit geleistet. Das Jungbier weiß vom Geschmack, Geruch und Optik zu gefallen. Selten habe ich ein so ausgeglichenes Jungbier verkostet. Einzig und allein der rauchige Geschmack vom Weyermann Rauchmalz hält sich doch sehr dezent im Hintergrund. Das hätte ich mir stärker gewünscht, aber vielleicht entwickelt sich der Geschmack noch etwas. Vielleicht waren aber auch 23% Anteil an der Gesamtschüttung doch zu wenig. Vor dem Abfüllen in die Flaschen gebe ich wie üblich noch etwas Munton Spraymalt Extra Light Extraktmalz hinzu, was ich vorher 30 Minuten in Wasser aufgekocht hatte. Na dann bin ich mal gespannt wie das Bier so in 6-10 Wochen schmecken wird.
Nachdem die Würze nun über Nacht abgekühlt ist kann ich die Stammwürze überprüfen. Die Würzekonzentration liegt wieder etwas zu hoch. Ich verdünne nun mit gut 4 Liter Wasser auf meine angestrebte Konzentration von 14,7%. Um 13:30 Uhr gebe ich die Danstar Nottingham Trockenhefe hinzu. Um 17:20 Uhr zeigen sich deutliche Spuren der Angärung.
Nun wird das Würzekochen gestartet. Insgesamt habe ich die Kochzeit auf eine Stunde angesetzt. Als Hopfen kommt diesmal Tettnanger zum Einsatz in Pelletsform. Ich habe mich für drei Gaben entschieden. Die erste am Anfang,. 10 Minuten und 1 Minute vor Kochende die letzte. Das dient dafür um ein besseres Hopfenaroma zu erhalten.
Diesmal soll was "exotisches" gebraut werden. Ein Rauchbier. In Franken gibt es auch noch heute einige industrielle Vertreter dieser Biergattung. Sonst ist es eher vom Biermarkt verschwunden. Mein Rauchbier soll wieder ein obergäriges werden. Mit der Danstar Nottingham Trockenhefe vergoren. Die Malzschüttung besteht diesmal aus 2 kg Pilsener Malz, 1 kg Münchener Malz für die Farbe und Vollmundigkeit, 1kg Weyermann Rauchmalz und 0,3kg hellem Weizenmalz.
Um 18 Uhr wird eingemaischt.
10.4.09: Die Hauptgärung ist nun abgeschlossen. Ich messe den Restextraktgehalt des Jungbieres. 4,8% hat das Bier, das entspricht einem Vergärungsgrad von 63%. Das ist relativ viel. Auffällig ist auch, dass das Jungbier diesmal noch extrem trüb ist, was aber vielleicht am zugefügten Muttersaft liegen kann.
Zur Kohlensäureanreicherung fülle ich etwas Malzextrakt hinzu. Nun kommt das Granatapfel Bier endlich in die Flaschen und kann die nächsten Monate reifen.
Nachdem die Würze abgekühlt ist, messe ich die Stammwürze und korrigiere noch mit etwas Wasser. Dann gebe ich die Danstar Windsor Trockenhefe hinzu und die Gärung kann beginnen. Die Hefe gilt als besonders aromenreiche Hefe. Diesmal geht die Angärung sehr schnell.
Schon nach kurzer Zeit hat das Überweißen begonnen.
Und nur einige Stunden später befindet sich das Jungbier in der Hochkräusen Phase. Hmm, das sieht lecker aus.
Das Würzekochen dauert 1 Stunde. Ich gebe 30g Tettnanger Hopfen in Pelletsform hinzu. 10 Minuten vor dem Kochenende kommt noch der Bio-Granatapfelsaft hinzu.
Hier kocht Würze wunderbar sprudelnd.

Nach dem Kochen werden die festen Bestandteile aus der Bierwürze herausgefiltert. Das sogenannte Hopfenseihen.
Am 22.3.09 gebe ich der abgekühlten Würze die Danstar Windsor Trockenhefe hinzu. Die Stammwürze habe ich vorher durch Verdünnung auf 13,8% eingestellt.
Die Gärung vom Abendrot Ale hat schnell begonnen. Damit steht ein schnellen Hefevermehrung nichts im Wege. Die verwendete Danstar Windsor Hefe soll etwas mehr Geschmacksvielfalt im fertigen Bier bringen, was wiederum zum angestrebten Biertyp sehr gut passen sollte.

28.3.09: Nun gehts in die Flaschen. Der Restextrakt beträgt 5%. Ich denke die Endvergärung ist diesmal noch nicht ganz erreicht. Trotzdem gebe ich zur Kohlensäure Anreicherung noch 124g Trockenmalzextrakt hinzu, was ich in etwas Wasser aufgekocht habe.
Und noch ein Bier für den Sommer. Diesmal soll es ein helles, obergäriges Bier werden mit zugesetztem Granatapfelsaft. Die Malzschüttung besteht aus 2kg Pilsener Malz und 1kg hellem Weizenmalz. Dazu gibt es 1,5 Liter Rabenhorst Granatapfel 100% Bio-Muttersaft ohne Zuckerzusatz. Um 18 Uhr habe ich das Malz eingemaischt. Die Temperaturstufen beim Maischen wähle ich diesmal so, dass etwas mehr unvergärbare Zucker in Lösung gehen. Das Bier soll nicht so trocken werden, was hoffentlich schön mit dem Granatapfelsaft harmoniert.
Das Pilsener Malz ungeschrotet
Das Weizenmalz ungeschrotet
Wichtige Utensilien beim Brauen sind neben einem guten (Digital-) Thermometer auch eine Eieruhr, oder besser ein elektronischer Timer. Natürlich sollte man auch immer das Brauprotokoll im Auge behalten. Damit man alle Schritte auch nach Plan ausführt.
Nun ist es an der Zeit die durch das Abläutern gewonnene Würze zu Kochen. Beim Kochen gebe ich dann noch den Hopfen hinzu. Diesmal ist es ein Rohhopfen und auch noch ein ganz besonders kräftiger: Hallertauer Herkules mit 17% Alpha Säure. Na hoffentlich wird das Bier nicht zu bitter :-) Hier köchelt der Hopfen schon einige Minuten in der Würze.
Nach dem Würzekochen wird der Hopfen heraus gefiltert.
Nach dem Abkühlen messe ich die Stammwürze. Besonders schön ist hier die Farbe der Würze zu erkennen. Rötlich schimmernd. Das Carared Malz hat hier kräftig Farbe gegeben. Mal gucken wie es dann später nach Vergärung aussieht.
Damit es auch im Sommer ein leckeres Bier gibt braue ich heute mal ein dunkel-rotes Ale. Für die kühleren Abende sollte es etwa stärker sein. Auch der Geschmack soll diesmal vollmundig komplex werden.

Daher wähle ich ein Maischverfahren was einen nicht so hohen Vergärungsgrad bewirkt. Ausserdem kommt erstmallig die Trockenhefe Danstar Windsor zum Einsatz, die ein aromenreiches Bier verspricht. Auch die Malzschüttung ist umfangreich. Das Hauptmalz ist 2 kg Pilsener Malz. 800g Weyermann Cara Red dient der rötlichen Farbe und der Vollmundigkeit. Für den schönen Schaum sorgen 500g dunkles Weizenmalz und 100g Sauermalz verbesssern den Würze pH Wert.
Die Maischarbeit hat begonnen. Durch das Carared Malz von Weyermann ist die Maische goldgelb von der Farbe her.

Für die Hopfung kommt diesmal getrockneter Rohhopfen zur Würze. Ich nehme diesmal den Bitterhopfen Hallertauer Herkules. Hier ist der Hopfen in der Waagschale.

Durch ein Problem bei der Gärung, kommt es leider beim hellen Ale nicht zur Abfüllung. Auf der Schlaucherdecke bildete sich Schimmel. Das hatte ich auch noch nie. Vielleicht hatte ich es zu lange im offenen Gäreimer (ich wollte ja schließlich Fotos machen). Schade!
7.3.2009: Nun ist es endlich soweit. Die Danstar Nottingham Trockenhefe hat gute Arbeit geleistet und die Gärung ist zu Ende. Mit der Bierspindel messe ich den Restextrakt der diesmal bei 3,1 liegt. Das entspricht einen Vergärungsgrad 75%

Bevor das Bier nun aber in die Flaschen gefüllt wird gebe in noch etwas Speise hinzu. Das dient der gezielten Anreicherung mit Kohlensäure. Die Speise besteht aus 114g Trockenmalz, dass ich in etwas Wasser aufkoche. Nachdem die Speise abgekühlt ist, kippe ich sie in den Gärbehälter. Danach kann ich das Jungbier in die Flaschen füllen. Nun muss das Bier noch ein paar Wochen reifen.

1.3. 14:30: Nun ist die Würze abgekühlt und ich überprüfe die Stammwürze. Meine Konzentration liegt etwas über meinen angestrebten Wert, sodass ich noch mit etwas Wasser verdünnen kann. Durch die Verdünnung erreiche ich nun 11%.

Um die Gärung zu starten gebe ich jetzt meine obergärige Hefe hinzu. Ich habe mich diesmal für die Trockenhefe Fermentis Safbrew S-33 entschieden. Sie gilt als robuste, zuverlässige obergärige Hefe und soll eine sehr saubere Vergärung mit einem hohen Vergärungsgrad ermöglichen. Genau richtig für mein hopfig-frisches Sommerbier. Am 1.3. 19:17 gehts dann schon los mit den sichtbaren Zeichen der Gärung. Das Überweißen ist schon im Gange.

Am 2.3. 0:20 Das Jungbier befindet sich nun schon in der Hochkräusen-Phase.

Am 3.3. 0:00 Hier sind die Kräusen schon wieder zusammen gefallen und es bildet sich die Schlaucherdecke. Das Bier bleibt nun weiter im Gärbottich bis zur Abfüllung in die Flaschen.

Heute ist mal ein helles obergäriges Bier an der Reihe. Man könnte nun auch sagen, dass es dem Kölsch Typ entspricht. Ich möchte es aber eher mit den belgischen Sorten wie zum Beispiel Duvel vergleichen. Wobei natürlich ein Duvel wesentlich mehr Alkohol enthält als meine Variante. Da es aber im Sommer erfrischen soll und wird es nicht ganz so stark eingebraut sein. Als Schüttung verwende ich diesmal 3 kg Pilsener Malz, 0,2 kg Cara Red und noch 0,1 kg Sauermalz um den Würze pH Wert anzupassen. Und natürlich muss die Hopfengabe etwas höher ausfallen um eine schöne hopfige Herbheit zu haben. Ich habe mich für 70 g Hallertauer Perle in Pelletsform entschieden. Der Hopfen soll 60 Minuten kochen. Hier sieht man die Malzschüttung in der Schrotmühle.

14:45 Die Malzschüttung ist eingemaischt.

Ein Blick aufs Brauprotokoll hilft den Überblick über den Maischablauf zu bewahren. Übrigens wähle ich den Maischeablauf so, dass ich einen möglichst hohen Vergärungsgrad erreiche. Damit ist das Bier dann etwas trockener und nicht so übermäßig süß.

17:00 Nun ist die Maischarbeit endlich erledigt und ich kann abläutern, also die festen Bestandteile von der Würze trennen.

Nun wiege ich die Hopfenmenge ab. Diesmal ist es Hopfen Hallertauer Perle in Pelletsform.

Jetzt kann endlich aus der Würze Bier werden. Bis jetzt hatte ich die ganze Arbeit mit der Bierherstellung, nun ist endlich mal die Hefe dran und ich kann mich genüsslich zurücklehnen. Im Gärfaß kann nun die Hefe ungestört arbeiten.
Hier folgende nun ein paar Bilder aus den verschiedenen Gärstadien. Langsam bilden sich die ersten weißen Schlieren.
Die Phase des Überweißens, das sieht jetzt sehr lecker aus und hat auch einen angenehmen Geruch.
Hier sind schon die Kräusen gebildet. Die braunen, schmierigen Flecken stammen hauptsächlich von den Hopfenölen die an die Decke des Jungbieres getrieben werden.
Die heftigste Gärphase ist nun schon überschritten.
Jetzt fallen die Kräusen wieder zusammen. In der Brauerei würde man von der Schlaucherdecke sprechen. Das würde nun in die Gärtanks geleitet werden.
Bei mir bleibt das Bier aber noch einige Tage im Fass, und wir vor Flaschenabfüllung nochmal mit "Speise" angereichert.
Über Nacht ist nun die Würze abgekühlt. Nun ist es an der Zeit die Stammwürze zu prüfen. Dies geschieht mit der Würzespindel.

Meine Würze hatte etwas zuviel Stammwürze und so korrigiere ich mit etwas Wasser auf die von mir angestrebten 13% Stammwürze.
Danach kommt die Hefe zum Einsatz. Ich habe mich diesmal für eine Trockenhefe entschieden. Die Danstar Nottingham, soll eine sehr saubere Vergärung erzielen. Und das passt genau zum von mir gewünschten Biertyp. Es soll ein kupferfarbenes sehr trockenes Ale werden.

Wir bestimmen die Hopfengabe. Bei diesem Sud sollen es zwei Hopfensorten sein. Northern Brewer und Hallertauer Perle. Der Hopfen wird in Pelletsform dem Bier zugegeben.

Um die Bitterstoffe und Aromen des Hopfens in der Bierwürze zu lösen Kochen wir Würze gute 60 Minuten.
Nun endlich ist es vollbracht. Das Würzekochen lief planmäßig und nun filtern wir den Hopfen aus der Bierwürze.

So die Maischarbeit ist nur erledigt und wir haben hoffentliche viele Bestandteile aus dem Malz lösen können. Um das nochmal zu überprüfen habe ich den Jodtest gemacht, der ok war.

Jetzt gehts ans abläutern um die festen Bestandteile von der wertvollen Würze zu trennen.

Heute ist Brautag und es soll ein kupferfarbenes, obergäriges Bier werden nach Art eines englischen Ales. Das Malz ist schon geschrotet. Als Schüttung verwende ich heute 1kg Pilsener Malz, 1kg Münchner Malz (mmh,lecker) und für die gute Schaumbildung noch 0,5kg Weizenmalz dunkel.

Beim Maischen halte ich verschieden Rasten (Temperaturstufen) für eine bestimmte Zeit um so die Enzyme des Malzes wirken zu lassen.